Sonntag, 3. Februar 2013

Aus Oma's Küche - Auszogne mit Kartoffelsuppe

Eigentlich hatte ich überlegt, diesen Post in meiner niederbayerischen Heimatsprache Bayerisch zu schreiben und für alle Nicht-Bayern eine Übersetzung anzufügen. Leider bin ich echt schlecht darin, das gesprochene Dialekt-Wort niederzuschreiben. Deshalb ist der Post nun doch in hochdeutsch. Es soll euch aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass i a g'scheids bayrisch ka, wenne mog. ;-)

Ein wichtiger Mensch in meinem Leben ist meine Oma. Wenn meine Mama gearbeitet hat, war ich immer bei meiner Oma. Dadurch, dass mein Elternhaus mit dem (ehemaligen) Bauernhof meiner Großeltern auf einem großen Grundstück steht, war es glücklicherweise immer sehr einfach, bei meinen Großeltern zu sein. Bis ich ca. 2 (oder 3) Jahre alt war, habe ich beim füttern der Kälber und Milchkühe geholfen. Dazu hatte ich einen kleine blauen Overall und ein Kopftuch. So wird mir zumindest bis heute noch erzählt. Meine Erinnerung an diese Zeit ist sehr verschwommen. Leider. Aber die Erzählungen sind immer noch schön und lustig.

Bei meiner Oma gab es auch immer leckeres Essen. Ganz anderes, als bei meiner Mama. Die Gerichte heißen "Dreberlsuppe", "Fingernudeln", "Beizerl", "Maidoschn", etc. Diese Gerichte schmecken auch nur bei meiner Oma gut. Sie kocht auf einem Holzofen, was meiner Meinung nach viel ausmacht.

Durch meine Fructoseintoleranz ist es leider mittlerweile schwierig, die meisten dieser Gerichte zu essen, da viel Zucker und/oder Obst verwendet wird. Glücklicherweise habe ich bei meinem Lieblings-Oma-Essen dieses Problem nicht. Den in Auszogne mit Erdäpfe-Suppe kommt kaum Zucker vor.

Was Auszogne sind wissen wahrscheinlich nur Bayern. Es ist ein Hefegebäck, das in Schmalz gebacken wird. Sehr lecker! In Kombination mit Kartoffelsuppe unschlagbar.



Mit diesem Gericht nehme ich am Dauerevent von Ann's Kochblog "Dillspitzen" teil.

Die Mengenangaben in diesem Rezept stammen von meiner Oma. Sie macht seit Jahrzehnten "Auszogne" nach Gefühl. Für mich hat sie versucht, die Mengenangaben in Worte zu fassen. Schau ma mal, was das wird.

Zutaten Auszogne:
ca. 40 Stk.

1 kg Mehl
2 Päckchen Hefe (Frisch- oder Trockenhefe)
1 Prise Salz
1 Prise Zucker
4 Eier
Milch
Rosinen
Pflanzenfett

Zutaten Erdäpfesuppe
Kartoffeln
Suppengemüse
Lorbeerblatt
Butterschmalz
Mehl
Salz
Essig

Zubereitung:

Die Zutaten zu einem Teig verkneten, dabei so viel warme Milch zugeben, dass ein schöner geschmeidiger Teig entsteht. So lange gehen lassen, bis sich der Teig verdoppelt hat. Vorsichtig zu einer Wurst formen (ca. 7 cm dick) (nur schieben und formen, nicht stark bearbeiten) und ca. 1,5 cm dicke Stücke abschneiden. Zu Kugeln formen und wieder gehen lassen.

Der aufgegangene Teig




Vorsichtig zu einer Wurst formen

Stücke von der Wurst schneiden

Die Teiglinge "wuzln"

Fett in einem tiefen Topf erhitzen. Die ideale Fett-Temperatur kann man bestimmen, in dem man ein Stückchen Teig ins Fett gibt. Wenn das Fett um das Teigstückchen Blasen wirft, ist die Temperatur ok.

Nun die Teiglinge ausziehen. Dazu vorsichtig mit den Fingern das Innere nach Außen ziehen. Der Teig muss innen durchsichtig sein, außen bleibt er eigentlich unberührt.

Ins Fett legen! Gut aufpassen, damit man sich nicht verbrennt.

Gleich schöpfen. Das heißt, mit einem Löffel das Fett über den Krapfen schöpfen, damit er schön aufgeht. Wenn er im unteren Bereich schön goldgelb ist, den Krapfen vorsichtig wenden. Auch auf dieser Seite goldgelb backen.

Schöpfen


Auf einem Teller mit Küchenkrepp abtropfen lassen.

Für die Suppe Butterschmalz in einem Topf zerlassen. Mit Mehl bestäuben und eine Einbrenn herstellen. Mit Wasser ablöschen.

Kartoffeln schälen, das Suppengemüse putzen. In mundgerechte Stücke schneiden und in das Einbrenn-Wasser geben. Lorbeerblatt in die Suppe geben und so lange köcheln lassen, bis das Gemüse gar ist. Mit dem Kartoffelstampfer etwas zerdrücken. Mit Salz und Essig abschmecken.

Die Suppe mit den Auszogne servieren.


Lecker!


Kommentare:

  1. Ich bin begeistert, dass deine Oma als Gaststar im Blog auftaucht!
    Oma-Essen rockt und ist das allerbeste. Wir (also unsere Generation) müssen unbedingt die ganzen alten Rezepte konservieren, oft nachkochen und weitergeben.
    Auszogne mag ich auch sehr gern. Die Oma meines Freundes gibt noch Schnittlauch hinzu, wenn sie zur Suppe gereicht werden, das schmeckt auch superb.

    Schod dassd ned auf boarisch gschriem host, aber des is einfach z'anstrengend.

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  2. Hallo,

    nettes Rezept. Werde ich garantiert mal nachkochen.

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  3. Danke für eure Kommentare :-) Ich hoffe auf einen weiteren Beitrag zu "Oma kocht" ;-)

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  4. Hallo,
    bin heute zufällig auf Deinen Blog "geraten" und hab mich eben dabei ertappt, dass ich jetzt schon über eine Stunde hier sitze und stöbere...
    Als ich dann grad den Beitrag mit Deiner Oma gesehen hab, war ich völlig hin und weg! Erstens ist der gesamte Arbeitsablauf ganz toll erklärt,da bekomme ich richtig Lust das auszuprobieren! Aber vor allem hat es mich sehr berührt, wie Du über Deine Oma schreibst. Das sind so kostbare und seltene Momente, eine schönere Liebeserklärung für eine Oma gibt es wohl kaum! Ich wünsche Euch beiden noch viele wunderbare Jahre miteinander!

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  5. Unfassbar, liebe Kathrin das ist wirklich der Oberhammer :) Ich möchte auch nächste mal eingeladen sein, wenn du mit deiner Oma was zauberst :) <3 und super schöne Fotos :)

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Ich freue mich über ein paar Worte von euch! So ein Blog lebt von Kommentaren. Und ich freue mich wirklich!

Viele Grüße

Katrin